Zukunft des Hotelwesens

Going Green: Norwegen

Das erste Hotel der Welt mit einer positiven Energiebilanz

Der Polarkreis hat eine mystische Faszination für Reisende. Im Jahr 2015 besuchten 3,6 Millionen Touristen Norwegen, ein Anstieg von 12 % gegenüber 2014. Das Hotel Svart wird am Svartisen Gletscher, dem zweitgrößten auf dem norwegischen Festland, erbaut. Es soll 2021 eröffnet werden. Das futuristische, kreisförmige Gebäude wird Geothermie und Sonnenenergie nutzen, um einen Überschuss an Solarenergie zu erzeugen, der zurück ins Stromnetz geleitet werden kann.

Als energieerzeugendes Gebäude wird es während seiner Betriebszeit mehr erneuerbare Energie produzieren als für Material, Produktion, Betrieb, Renovierung und Abriss benötigt werden. Es werden nur natürlich vorkommende, lokale Materialien wie Stein und wetterbeständiges Holz verwendet. Dadurch wird die Kohlenstoffbilanz des Gebäudes verringert. Spezialisierte Gebäudesysteme wie Lüftung, Kühlung und Heizung werden den Energieverbrauch niedrig halten. Schattige Terrassen werden im Sommer die Klimatisierung überflüssig machen, während geothermische Brunnen das Gebäude im Winter beheizen werden.

Dank seiner geografischen Lage, etwa 66 Grad nördlich des Äquators, genießt Norwegens Küste im Sommer bis zu 20 Stunden Sonnenschein. Die Architekten führten eine umfassende Kartierung der Sonnenstrahlung in der Region durch, um diese Ressource am effektivsten zu nutzen. Sonnenstrahlen sind die primäre Energiequelle. Svart wird auf seinem Dach über 4.800 Quadratmeter an Sonnenkollektoren verfügen, die mehr als genug Energie liefern, um die alltäglichen Funktionen des Hotels zu erfüllen.